Der Nagelpilz Ratgeber
Wie du dich bei Nagelpilz verhalten solltest?


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Du leidest unter brüchigen, gelben Nägeln? Häufig steckt hinter diesen Symptomen eine Nagelpilz. Jetzt ist schnelles Handeln gefragt, denn wer die Behandlung von Pilzinfektionen im Nagelbereich zu lange hinauszögert risikiert nicht nur Schmerzen und eine viel länger Behandlungsdauer, sondern muss im schlimmsten Fall sogar mit der kompletten Ablösung des Nagels rechnen.

Lies bei in unserem großen Nagelpilz Ratgeber alle Informationen über die Symptome, Ursachen und die möglichen Behandlungsformen von Nagelpilz, damit Du den lästigen Pilz schnell wieder los wirst.

Nagelpilz
Was versteht man unter Nagelpilz?


Nagelpilz (Fachbegriff Onychomykose) stellt eine Pilzinfektion der Nägel dar. Eine Pilzerkrankung an den Nägeln ist zwar keine lebensbedrohliche Erkrankung, dennoch ist es wichtig, dass Du den Pilz zügig und vorallem richtig therapierst

Wenn Du also den Verdacht hast an Nagelpilz erkrankt zu sein, zögere die Behandlung eines erkrankten Nagels keinesfalls zu lange hinaus. Denn wenn der befallene Nagel nicht richtig behandelt wird riskierst Du, dass der Pilz den kompletten Nagel zerstört, die benachbarten Nägel befällt oder sich sogar auf dein gesellschaftlichen Umfeld ausdehnt.

Nagelpilz ist somit eine sehr unangenehme Sachen, dessen Folgen sich teilweise auf Monate oder sogar Jahre auswirken kann.

Ursachen
Wie genau entsteht eigentlich Nagelpilz?


Eine Pilzerkrankung des Nagels kommt in 90% der Fälle über Sporen von speziellen Pilzen (Dermatophyten) zustande. Diese werden dann über Schmier- und Kontaktinfektion übertragen. Das geschieht sowohl von Mensch zu Mensch, als auch teilweise von Tier zu Mensch.

Zu den Erregern von Nagel- und auch Fußpilz gehören:

  • 83% Fadenpilze - Fadepilze sind die Hauptursache von Nagelpilz. Sie lösen Infektionen der Haut aus, sogenannte Dermatophyten. Unter den Fadenpilzen ist der Pilz Trichophyton rubrum. Für Fadenpilze ist der menschliche Körper ein wahres Eldorado, denn sie ernähren sich von Keratin in Haut, Haaren und Nägeln; Feuchtigkeit und Wärme begünstigen eine Infektion zusätzlich. Zehenzwischenräume und Hautfalten bilden somit den idealen Nährboden für eine Pilzinfektion.
  • 16% Schimmelpilze - Kennen wir meist von schlecht gewordenen bzw. verderbenden Lebensmitteln. Einige Schimmelpilze können beim Menschen Nagelpilz auslösen.
  • 1% Hefepilze - Hefepilze gelten als der seltensten Erreger von Nagelpilz. Unter den Hefepilzen ist der Candida albicans der prominenteste Vertreter.
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Der Pilz Trichophyton rubrum ist für über 90% aller Pilzinfektionen im Bereich der Nägel. Er kann unser Immunsystem so beeinflussen, dass der Körper keine zelluläre Immunantwort auf ihn bringen kann. Das ist auch der Grund warum Nagelpilz in fast allen Fällen nicht von alleine ausheilt, sondern mit einer entsprechenden Behandlung entfernt werden muss.

Der Grund dafür, dass Pilzsporen deutlich häufiger Fußnägel (80%) als Fingernägel (20 %) befallen, ist der Tatsache geschuldet, dass wir unsere Fußnägel im Alltag deutlich stärker mechanisch belasten. Enges Schuhwerk, Druck oder Sport verursachen Mikroverletzungen, durch welche der Pilz in den Nagel eindringen kann.

Verbreitung
Wie ansteckend ist Nagelpilz wirklich?


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Grundsätzlich kann Nagelpilz jeden treffen. Das tatsächliche Risiko zu erkranken steigt jedoch mit zunehmendem Alter, bei den über 70jährigen sind beispielsweise knapp die Hälfte aller Menschen betroffen.

In einem gesunden menschlichen Körper kommen Pilze überall vor. Unter guten Wachstumsbedingungen gedeihen sie jedoch so gut, dass sie sich extrem schnell vermehren und unangenehme Symptome verursachen. Im Nagel selbst scheiden Pilzsporen ein Enzym aus, welches das harte Kreatin im Nagel abbaut und den Nagel somit nach und nach auflöst.

Die Eintrittspforte in den Nagel bilden dabei häufig kleinste Risse oder Verletzungen im Nagel oder in der Haut.

Einmal im Nagel angekommen beginnt dann die zügige Vermehrung und Ausbreitung im Nagelbett. Aber auch unbehandelter Fußpilz kann sich bis auf den Nagel ausbreiten und diesen infizieren.

Faktoren, die eine Infektion mit den oben beschriebenen Erregern begünstigen sind folgende:

  • Verletzungen der Nägel - Ausgelöst durch bestimmte Sportarten oder nicht passendes Schuhwerk
  • Häufiger Kontakt mit Erregern - Häufig der Fall beim Barfußlaufen in Umkleiden, Schwimmbädern oder Saunen
  • Nasse bzw. verschwitzte Füße - Oftmals auch durch falsches Socken- oder Schuhmaterial begünstigt
  • Schlechte Blutzirkulation - Kann durch verschiedene Krankheiten (bspw. Diabetes) begünstigt werden
  • Hautkrankheiten - Wie bspw. Schuppenflechte
  • Geschwächtes Immunsystem - Ein chronisch geschwächtes oder aufgrund einer bestehenden Krankheit geschwächtes Immunsystem
  • Familiäre Veranlagung

Häufigkeit
Ein paar Zahlen zu Nagelpilz


Nagelpilz zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Nagels überhaupt. Vermutet wird, dass zwischen 10-20 % aller Erwachsener an Nagelpilz leiden. Schätzungen zu Folge liegt die Zahl der Betroffenen in Deutschland bei etwa 10 Millionen.

Mit steigendem Alter erhöht sich die Zahl deutlich. Bei den über 50 jährigen, sollen ca. 60% an Nagelpilz leiden. Hiervon sind Männer besonders häufig betroffen.

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Aber auch Kinder und selbst Babys können von Pilzerkrankungen der Nägel betroffen sein. Zwar ist das Risiko dieser Altersguppe deutlich geringer, ausgeschlossen ist eine Ansteckung jedoch nicht. Die Tatsache, dass sich Kinder und Kleinkinder besonders oft in Gruppeneinrichtungen wie Kindergärten oder Sportvereinen aufhalten, erhöht die Gefahr der Ansteckung zwischen Kindern.

Wie Du siehst, musst Du die bei einer Nagelpilzerkrankung also nicht schämen, denn Du bist mit diesem Problem bei weitem nicht allein.

Symptome
Wie kannst Du Nagelpilz schnell erkennen?


Nagelpilz kommt mit eindeutigen Symptomen daher, und kann mit der richtigen Anleitung bzw. unterstützenden Bildern auch ohne einen Arzt relativ zuverlässig zugeordnet werden.

Dabei wird zwischen 4 Arten von Nagelpilz unterschieden:

  • Typ 1: Weiße superfizielle Onychomykose (WSO)
  • Typ 2: Proximale subunguale Onychomykose (PSO)
  • Typ 3: Distolaterale subunguale Onychomykose (DLSO)
  • Typ 4: Endonyx Onychomykose (EO)

Jeder dieser Arten hat unterschiedliche Symptome und kann an unterschiedlichen Erscheinungsbildern erkannt werden.

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Will man es allgemein beschreiben kann Nagelpilz folgende Symptome aufweisen:

  • Luftgefüllte Hohlräume auf der Nagelplatte. Diese treten auf, da der Pilz das Keratin im Nagel langsam auflöst
  • Weiße Streifen oder Flecken
  • Der Nagel ist deutlich verdickt
  • Weißliche/gelb-bräunliche Verfärbungen
  • Raue/Brüchige Nägel
  • Krümelige Nägel
  • Der Nagel löst sich teilweise vom Nagelbett ab
  • Entzündungen im Nagelbett

Zwar ist eine Nagelpilzerkrankung nicht lebensgefährlich, dennoch solltest Du sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn sie kann unbehandelt schmerzhaft, lästig und äußerst hartnäckig werden und die Funktion des Fußes oder Fingers stark einschränken.

Es ist deshalb äußerst wichtig Nagelpilz so früh wie möglich zu erkennen.

Lerne wie Du Nagelpilz ganz einfach selbst diagnostizieren kannst!

Der Podologe
Welcher Arzt hilft Dir bei Nagelpilz?


Wenn Du den Verdacht hast an Nagelpilz erkrankt zu sein, kann Dir der Podologe am besten weiterhelfen, den sein Spezialgebiet sind Füße und alle Erkrankungen, welche mit Füßen zu tun haben.

Zur Diagnostik reicht einem erfahren Podologen bereits der optische Eindruck Deiner Fußnägel um die Diagnose Nagelpilz unmittelbar zu stellen. Im Zweifelsfall ist es auch möglich, von einem auffälligen Nagel Hornteile abzuschaben und mikroskopisch näher zu untersuchen.

Im Falle einer Erkrankung wird er Dir Deinen Verdacht nicht nur bestätigen, sondern gibt Dir gleich passende Behandlungsvorschläge mit an die Hand. 

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Erfahre hier wie genau Dir ein Podologe helfen kann!

Behandlung
Was Du bei Nagelpilz konkret tun kannst?


Wenn Du die Die Bestätigung hast tatsächlich an Nagelpilz erkrankt zu sein (durch Eigendiagnose oder einen Arzt), kannst  und solltest Du direkt mit der Behandlung beginnen.

Gerade im Anfangsstadium ist die Palette der Möglichkeiten groß und eine Behandlung besonders schonend durchzuführen. Tust du nichts gegen den Nagelpilz verkompliziert sich eine mögliche Therapie immer weiter und dauert in der Regel so auch sehr viel länger.

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Bei den Behandlungsmöglichkeiten wird unterschieden zwischen:

  • Äußerliche Anwendung
    Die äußerlichen Anwendung ist besonders im Anfangsstadium die erste Wahl und erfolgt mit Hilfe von verschiedenen Nagelpilz Mitteln.
  • Innerliche Anwendung
    die innerlichen Anwendung mit Hilfe von Medikamenten ist meist das letzte Mittel um einem Nagelpilz zu Leibe zu rücken. Diese Medikamente werden in Form von Tabletten angeboten. 

Nagelpilz Mittel
Die äußerlichen Anwendungsmethoden


Gerade zu Beginn einer Nagelpilzinfektion ist die äußerliche Anwendung mit verschiedenene Nagelpilzmitteln besonders zu empfehlen. Die am weitetsten verbreitetste Therapieform sind dabei:

  • Nagellack
  • Cremes & Salben
  • Sprays
  • Tinkturen
  • Öle

Diese Arten der Behandlung sind meist besonders schonend und Du kannst sie ganz einfach lokal bei Dir zuhause selbst durchführen. 

Medikamente & Tabletten
Die innerlichen Anwendungsmethoden


Die innerliche Therapie kommt hingegen nur bei sehr schwerem und hartnäckigem Nagelpilz zum Einsatz. Das ist meist erst dann der Fall wenn Du eine Pilzinfektion verschleppt bzw. nichts dagegen unternommen hast.

Wenn Du vorab bereits die obigen lokalen Mittel ausprobiert hast und keinen Erfolg erzielen konntest kann die innerliche Behandlung mit Tabletten mit den Wirkstoffen Terbinafin, Itraconazol oder Fluconazol sinnvoll sein. Diese antimykotisch wirksamen Tabletten wirken jedoch von innen heraus im ganzen Körper und bringen daher auch entsprechende Nebenwirkungen mit sich.

Die Behandlung mit Tabletten gegen Nagelpilz ist nur mit ärztlicher Verordnung möglich.  

Lerne welche Behandlungsmöglichkeiten Du bei Nagelpilz hast!

Hausmittel
Können Hausmittel wirklich weiterhelfen?


Wer auf schulmedizinische Hilfe gegen Nagelpilz verzichten möchte, dem stehen verschiedenste Hausmittel zur Verfügung. Die Wirkung vieler dieser Hausmittel ist wissenschaftlich bisher jedoch nicht verifiziert worden.

Unter anderem werden folgende klassische Hausmittel bei Nagelpilz empfohlen:

  • Kokosöl, Olivenöl oder andere Öle
  • Ätherische Öle
  • Zahnpasta
  • Backpulver oder Natron
  • Apfelessig
  • Eigenurin
  • Teebaumöl
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Können Hausmittel bei Nagelpilz wirklich helfen?

Vorbeugen
Wie Du Nagelpilz vorbeugen kannst?!


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Wenn Du Dir die Frage ob und wie Du eine Pilzerkrankung der Nägel behandelst gar nicht erst stellen möchtest helfen Dir kleine, dafür aber effektive Tipps und Tricks zur Präventation von Pilzerkrankungen des Nagels weiter.

Wie fast überall gilt auch hier – Vorbeugen ist besser als Behandeln!

Wenn Du also ein paar kleine Veränderungen Deiner Gewohnheiten beherzigst, wirst Du die Wahrscheinlichkeit an Nagelpilz zu erkranken deutlich verringern können

11 einfache Tipps wie Du Nagelpilz effektiv vorbeugen kannst!

FAQ - Häufige Fragen
Wissenswertes zum Thema Nagelpilz


Auf unserer FAQ Seite findest du viele weitere interessante Fragen - und natürlich auch Antworten - zum Thema Nagelpilz. Dort haben wir versucht die am häufigsten im Netz gestellten Fragen zusammen zu tragen und zu beantworten.

Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema Nagelpilz findest Du hier FAQ - Häufige Fragen